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Liebe Vio, liebe JustineIhr seid nun schon ein paar Jahre nicht mehr bei mir, genauer gesagt drei ganze Jahre. Drei verdammt üble Jahre. Nicht nur weil ihr mir einfach unfassbar fehlt, sondern weil die Jahre echt nicht angenehm waren. Viele schlimme Dinge sind passiert und oft bin ich abends nach Hause gekommen und hätte ein kleines Naseknabbern von euch gebraucht. Aber darauf kann ich lange warten... Ein Jahr, dass sich durch Krankheiten und schreckliche Menschen, die ich kennenlernen musste, auszeichnete, wurde dadurch gekrönt, dass ihr mich verlassen musstet. Ich bin aber trotzdem froh, Zeit mit euch verbracht zu haben, keine Sekunde habe ich es bereut. Auch keinem Cent, den ich beim Tierarzt für euch gelassen habe, habe ich nachgeweint. Wenn ihr euch da oben zu sehr langweilt, besucht Opa doch mal. Also wenn ihr das noch nicht schon längst getan habt. Grüßt ihn ganz lieb von mir und sagt ihm, dass ich ihn auch vermisse. Nur für den Fall, dass er das nicht mitkriegt und euer Aufenthaltsort einen besseren Draht zur Welt der Lebenden hat. Und wenn ihr noch Bekannte von mir trefft, grüßt sie doch auch. Beispielsweise den einen Schulfreund von mir. Ich denke, dass er sich über ein aufmunterndes Naseknabbern sehr freuen würde. Wenn ihr also mir nicht über die alltäglichen Nackenschläge hinweghelfen könnt, dann übernehmt das doch bitte bei meinen Leuten auf der anderen Seite. Ich werde euch immer lieben und vermissen...

14.2.16 00:50, kommentieren

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Der Heiratsplan

LANCROFT ABBEY REIHE
England, 1811. Frederica, die älteste Tochter des verstorbenen Viscounts of Panswick, träumt von einer glanzvollen Saison in London. Doch ihr Vater hat der Familie einen Berg Schulden hinterlassen.

Um wenigstens das Anwesen Lancroft Abbey zu retten, beschließt ihre Mutter, alles auf eine Karte zu setzen. Anstelle von Frederica soll zuerst die zweitälteste und schönste Tochter Penelope in London debütieren, ausgestattet mit dem letzten Bargeld.

Als sich Penelopes Anstandsdame das Bein bricht, übernimmt Frederica, als verwitwete Cousine verkleidet, ihren Part. Die ersten Versuche, Kontakt zur vornehmen Gesellschaft aufzunehmen, scheitern kläglich. Kann Frederica ihre Aufgabe doch noch erfüllen und einen reichen Junggesellen für ihre Schwester finden?


Die Handlung dieses Buches ist schnell erzählt. Eine Familie steht vor dem finanziellen Ruin, die Töchter müssen sich einen reichen Ehemann suchen, der das Anwesen retten kann. Aber trotz dieser bereits oft verwendeten Thematik hat es die Autorin geschafft, die Spannung jederzeit aufrecht zu erhalten. Auch die Charaktere sind sehr gut beschrieben und man kann sich als Leser ein relativ genaues Bild von ihnen machen. Das Ende war schon absehbar, aber der Weg dorthin hatte einige spannende Aspekte. Insgesamt ist diese Geschichte aber sehr empfehlenswert.

30.12.15 14:09, kommentieren